Was steckt hinter den beiden Dienstleistungen?

In der Personaldienstleistung werden viele ähnliche Begriffe für verschiedene Services genutzt. Personalüberlassung, Personalvermittlung, Zeitarbeit, Personalberatung – was ist nun eigentlich was? Während sich die Personal- bzw. Arbeitnehmerüberlassung klar als Zeitarbeit abgrenzen lässt (siehe hier), ist es bei der Personalberatung nicht ganz so offensichtlich. Da die Begriffe nicht geschützt sind, gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Definition der Leistungen. Manchmal werden sie sogar gleichgesetzt. Wir bei expertum ziehen jedoch eine klare Grenze und kennen die Unterschiede. Nicht nur die Vertragsform ist anders, sondern auch die Leistungen, die bei der Beauftragung erbracht werden.

Die Personalvermittlung ist die Suche, Auswahl und Empfehlung

Ausgangslage ist in jedem Fall eine offene Stelle, die besetzt werden soll. Im Rahmen der Personalvermittlung gibt das Kundenunternehmen zunächst ein Anforderungsprofil für eine bestimmte Vakanz vor. Dieses Profil definiert, welche Qualifikationen, Fähigkeiten und Kompetenzen der Wunschkandidat mitbringen sollte. Um potenzielle Bewerber anzusprechen, nutzt der Personalvermittler sein Kandidatennetzwerk und schaltet zusätzlich Stellenanzeigen. Nach Bewerbungseingang kümmert er sich auch um die Kandidatenauswahl. Er führt Telefonate und Bewerbungsgespräche und stellt sicher, dass die Bewerber nicht nur fachlich, sondern auch persönlich zum Unternehmen passen. Die besten Kandidaten werden daraufhin direkt beim Kunden vorgestellt.
Der gesamte Prozess ist mit Zeit und Mühe verbunden, die sich der Kunde ersparen möchte. Die Personalvermittlung kann man sich also wie eine ausgelagerte HR-Abteilung vorstellen. Unternehmen lagern den Bewerbungsprozess aus, weil sie entweder nicht genügend Ressourcen zur Verfügung haben oder weil ihnen die nötige Personalexpertise fehlt, um die richtigen Kandidaten zu erreichen und zu überzeugen.

Die Personalberatung als ganzheitliche Betreuung bei der Rekrutierung

Die oftmals exklusive Personalberatung setzt früher an und ist aufwendiger und umfangreicher als die Personalvermittlung. Letztendlich geht es auch hierbei um die Besetzung einer Stelle, allerdings wird sie in der Regel nur dann in Anspruch genommen, wenn ausschlaggebende Schlüsselpositionen neu besetzt oder geschaffen werden sollen. Diese sind meistens so bedeutend und so hoch dotiert, dass sich das Unternehmen keinen „Fehlschuss“ leisten kann.
Da der Rekrutierungsprozess bei Positionen dieser Größenordnung durch Mangel an geeigneten Kandidaten erschwert wird, muss in der Regel mehr Zeit investiert werden. Ein Personalberater setzt sich zunächst sehr intensiv mit der Position und seinem Kunden auseinander und macht sich mit gegebenen Strukturen vertraut, bevor er das Anforderungsprofil abstimmt. Um eine solche Stelle bestmöglich zu besetzen, kommt es auf jedes Detail an.
Sobald das Anforderungsprofil ausgearbeitet ist, entwickelt der Personalberater eine Suchstrategie. Im Gegensatz zum Personalvermittler sucht er ganz gezielt – oft gleich per Direktansprache. Feingefühl, Überzeugungskraft und Diskretion sind in diesen Situationen besonders wichtig. Denn in den meisten Fällen sind die besten Kandidaten nicht frei verfügbar, sondern befinden sich in einer Festanstellung. Gute Personalberater wissen genau, wo die Top-Anwärter für bestimmte Positionen zu finden sind und wie man sie anspricht.

Während der Kandidatengespräche wird zusätzlich die Persönlichkeit des Kandidaten analysiert und mit der Unternehmenskultur des Kunden abgeglichen. Denn oftmals ist diese ein entscheidendes Kriterium, wenn es um den langfristigen Erfolg der Stellenbesetzung geht. Auf Wunsch begleitet und coacht der Personalberater den Kandidaten auch nach der Einstellung, um einen erfolgreichen Start im neuen Job zu gewährleisten.

Zwei Dienstleistungen – ein Ziel

Ob Personalberatung oder Personalvermittlung: das Ziel ist identisch. Es geht darum, die beste Kandidatin bzw. den besten Kandidaten für eine bestimmte Position zu finden und einzustellen. Damit sind allerdings unterschiedliche Methoden und Zeitrahmen verbunden, die sowohl den Findungsprozess als auch das Ergebnis beeinflussen können. Meistens hängt es von der Situation des Kundenunternehmens und von der Relevanz der zu besetzenden Stelle ab, ob die eine oder die andere Leistung am sinnvollsten ist.

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