So meistern Sie die Berufswahl

In der heutigen, schnelllebigen Zeit befindet sich der Arbeitsmarkt im stetigen Wandel. Neue Berufe werden geschaffen, während andere an Bedeutung verlieren. Damit einher gehen jede Menge neuartige Studiengänge, Ausbildungen und unzählige Kombinationen. Kein Wunder, dass die Berufswahl angesichts der vielen unüberschaubaren Möglichkeiten für viele junge Menschen zur Qual wird. Und nicht nur das: Auch Erwachsene, die an einem beruflichen Scheideweg stehen oder sich neu orientieren möchten, sind mit dieser schweren Entscheidung konfrontiert.

Die Selbsteinschätzung als Grundlage

Bevor die Frage nach dem richtigen Beruf beantwortet werden kann, sollten Sie sich zunächst die einfache Frage stellen, was Sie gerne tun. Denken Sie hier nicht nur an Hobbys, die Sie regelmäßig ausleben, sondern generell an Ihre Vorlieben. Was unternehmen Sie im Urlaub, wenn Sie frei von jeglichen Einschränkungen sind? Gab es Fächer, auf die Sie sich in der Schule gefreut haben? Welches Brettspiel spielen Sie am liebsten und aus welchem Grund? Auch hier können Neigungen und Vorlieben versteckt sein. Schreiben Sie einfach alles auf, was Ihnen einfällt, z. B. als Mindmap.

„Ziehen Sie sich ohne Druck für ein Wochenende zurück, und überlegen Sie: Was macht Ihnen Spaß? Wofür interessieren Sie sich? Was motiviert Sie? Wofür stehen Sie freiwillig morgens auf? Wo haben Sie schon einmal gerne viel Energie reingesteckt? Sammeln Sie die Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind. Das sind alles Hinweisschilder“, rät Berufsberaterin Uta Glaubitz im Interview mit Zeit Campus.

Nachdem die Frage nach den Interessen und Vorlieben geklärt ist, geht es darum, herauszufinden und aufzulisten, was die eigenen Stärken und Fähigkeiten sind. Die Frage lautet hier: „Was kann ich gut?“ Auch dabei hilft es, alle Ideen aufzuschreiben und zu sortieren. Beim Vergleich mit Ihren ersten Antworten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits Überschneidungen zwischen Ihren Interessen und Ihren Stärken deutlich. Doch auch alle anderen Ergebnisse sind nicht außer Acht zu lassen.

Konkretisierung der Suche

Mit den Ergebnissen Ihrer Selbsteinschätzung haben Sie eine gute Grundlage für den nächsten Schritt geschaffen. Die konkrete Verbindung Ihrer Vorlieben und Ihrer Stärken mit bestimmten Berufsbildern. Vielleicht sind Ihnen ja auch während der ersten Phase schon Berufe in den Sinn gekommen. Es ist wichtig, diese zu sammeln und sich eine Übersicht zu verschaffen. Falls Ihnen keine oder nur wenige Ideen kommen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich Hilfe von außen zu holen. In Berufsberatungsgesprächen der Bundesagentur für Arbeit oder bei privaten Berufsberatungen erhält man eine ganz neue, objektive Einschätzung seiner selbst. Stellen Sie sicher, dass Sie die Ergebnisse Ihrer Selbsteinschätzung dabei haben und lassen Sie keinen Punkt unter den Tisch fallen, so unbedeutend er Ihnen auch erscheinen mag – die Profis stellen vielleicht Verbindungen zu Berufen her, an die Sie zuvor noch gar nicht gedacht hatten.

Mit weniger Aufwand können Sie Berufswahltests von zu Hause aus durchführen. Ebenso wie Beratungsgespräche gibt es auch online kostenlose und kostenpflichte Tests. Einen kostenlosen und schnellen Orientierungstest bietet z. B. Schülerpilot.de – der ist übrigens nicht nur für Schüler spannend. Auch für Erwachsene, die sich beruflich neu orientieren möchten oder sich ihrer persönlichen Stärken und Präferenzen bewusst werden wollen, bildet dieser Test eine Entscheidungsgrundlage. Dabei verrät er, welche Berufsfelder in Frage kämen, mit welchen Menschen man dort zusammenarbeitet und schlägt sogar ganz konkrete Berufe vor. Da es sich um einen 5-minütigen Test handelt, sind die Folgerungen natürlich mit Vorsicht zu genießen, denn Sie sind nicht so zuverlässig wie die Ergebnisse einer professionellen und persönlichen Beratung.

Treffen Sie eine bewusste Entscheidung

Nun, da Sie Ihre Auswahl eingeschränkt haben, geht es wieder um die Frage aller Fragen: Welcher Beruf ist der Richtige für mich? Sie stehen also immer noch vor dieser anfänglichen Entscheidung. Doch Ihre Ausgangslage ist eine ganz andere: Sie sind sich Ihrer Stärken, Schwächen und Interessen bewusst, haben sich über konkrete Berufsbilder informiert und wissen genau, welche Berufe theoretisch zu Ihnen passen – mit Betonung auf  theoretisch. Denn wie es wirklich ist, einen bestimmten Beruf auszuüben, das lässt sich nur in der Praxis herausfinden. Wer auf Nummer sicher gehen will, absolviert vor endgültigen Entscheidung noch ein Praktikum in seinem Wunschberuf. Doch allein durch die Beschränkung auf wenige Berufe haben Sie das Gröbste schon hinter sich. Auf dieser Basis können Sie Ihre Wahl viel leichter und reflektierter treffen, als es noch am Anfang der Fall gewesen wäre.

 

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